Werk-Katalog | Werk-Buch

Ende letzten Jahres habe ich mit vorbereitenden Arbeiten zu einem Werk-Katalog begonnen. Dieser Katalog soll, entsprechend der Logik meines Internet-Portals, alle wichtigen künstlerischen Arbeiten chronologisch und mit ihren Intentionen als Werkgruppen aufführen. Auch Notizen, Recherchen, Dokumente zu Werkprozessen sowie Texte meiner Vorlesungen, Vorträge oder Artikel möchte ich für ein gesondertes Werk-Buch zusammentragen.

 

Kinderbuch Afrikanische Märchen

 

Illustrationen zu Texten von Agnès Rouzier
In Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Erwin Stegentritt.

Bilder zu "Lettres à un écrivain mort"

 

Mont Ventoux parc naturel regional

Serigraphie Mont Ventoux 2016

Im Jahr 1990 begann ich mit einem „Projekt Mont Ventoux“. Es war die schöne Südseite, die mich tief berührte. Die klare Linie, Grenze zwischen Himmel und Erde. Zugleich ein visuelles Modell des stetigen Auf- und Abstiegs. Später umwanderte ich den großen Berg, wechselte mit den Himmelsrichtungen die Standorte und relativierte das, was man „Ansicht“ nennt. Es entstanden viele kleine und große Bilder,Zeichnungen und Grafiken. Darunter eine besondere Gruppe von 16 Werken, die entsprechend den Himmelskoordinaten unterschiedliche Charaktere des Berges zeigen. (Siehe Werkgruppe Mont Ventoux)

 


Norden – Osten – Süden – Westen Mont Ventoux

 

Inzwischen ist der solitäre Berg vom Massentourismus erobert; immerzu wird über das „Mythische“ und „Legendäre“ geschrieben. Zur diesjährigen Tour-de-France- Ankunft auf dem Gipfel sollen eine geschätzte halbe Million Menschen unterwegs gewesen sein…

Andererseits hat die Unesco den Mont Ventoux bereits im Jahr 1994 zur Biosphäre erklärt. Zur Zeit wird in einer kommunalen Initiative diskutiert,einen parc regional naturel du mont ventoux zu gründen, der ökonomische und ökologische Interessen ausgleichend berücksichtigt. Für das kommende Jahr ist eine „inauguration“ dieses „parcs“ geplant. (syndicat mixte d’aménagement et d’équipement du Mont Ventoux. www.smaemv.fr)

Blickt man von weitem auf den Berg, so scheint er, unberührt von den Spektakeln. Scheinbar! Steigt man auf den Gipfel, so kann man bei allem großem Trubel noch immer einen ungewöhnlichen Moment erleben: der Mensch ein Punkt, unter ihm und um ihn herum ein Stück Welt,ausgebreitet bis zu dem Alpen und dem Mittelmeer in 360 Grad.

Meine neue Arbeit ist daher noch einmal eine Hommage an den Mont Ventoux. Ein fünf-farbiger Siebdruck zeigt den Berg aus den vier Himmelsrichtungen. Herstellung: Siedruckwerkstatt der Hochschule für Bildende Künste Saar. Gedruckt von dem Leiter der Werkstatt und Künstler Dirk Rausch mit meiner Mithilfe. Saarbrücken 2016. Auflage: 50 Exemplare, Karton, Format 60x40cm. Das gedruckte Motiv 25x25 cm. Preis: 70 €
Titel: Norden – Osten – Süden – Westen Mont Ventoux

 

Sérigraphie Mont Ventoux 2016

En 1990, j’ai commencé „le projet ‚Mont Ventoux“. C’était surtout la magnifique face Sud qui me touchait profondément à l’époque. Une ligne de sépration nette entre ciel et terre. En meme temps, c’était aussi une représentation visuelle de perpétuelles ascensions et descentes. Plus tard j’explorais la grande montagne en randonnée et alternait de la sorte mes points de repères en fonction des directions cardinal es et commencait ainsi à relativiser ce qu’on peut appeler “mon point de vue”. S’en suivaient de nombreux dessins, croquis, de petites comme des grandes peintures ainsi que des sérigraphies. Parmi ceux-ci, un groupe particulier de 16 ouvres, correspondantes aux coordonnées cardinales, qui témoignent ainsi des différentes personnalités et facettes du caractère de la montagne (groupe de travaux Mont Ventoux)

Entre temps, la montagne solitaire a été conquise par le tourisme de masse; constamment on nous rapporte et cite maintenant le “mystique et le légendaire”. A l’occasion du récent Tour de France, on estimait qu’environ un demi million personnes était en mouvement autour du sommet…Alors que d’un autre côté, l’Unesco avait déjà reconnu précédemment (en 1994) le Mont Ventoux comme faisant partie de notre biosphère terrestre. Suite à une récente initiative communale, la création d’un parc regional Mont Ventoux est en cours de discussion, afin de veiller au respect d’un équilibre entre les differents intérêts écologiques et économiques. Une inauguration de ce parc serait même déjà prévue pour l’année prochaine (syndicat mixte d’aménagemnt et d’équipement du Mont Ventoux, www.smaemv.fr).

Si on prend de la distance et que l’on observe la montagne au loin, elle semble non affectée par les spectacles. En apparence en tout cas! Quoi qu’il en soit, l’ascension au sommet permet toujours et encore de vivre un moment d’exception: l’homme réduit à un point et en dessous de lui et autour de lui un morceau du monde, étalé des Alpes jusqu’à la Méditerranée en 360 degrés.

Mon nouveau travail se veut ainsi être un hommage au Mont Ventoux. Une sérigraphie en cinq couleurs qui représente la montagne au depart des quatres directions cardinales.

Réalisation: Atelier de sérigraphie des la Haute Ecole des Beaux-Arts de la Sarre. Impression, avec ma contribution, par le chef d‘atélier et artiste Dirk Rausch. Sarrebruck 2016. Edition: 50 exemplaires, carton, format 60x40cm Motif imprimé 25x25cm. Prix: 70 €
Titre: Nord – Est – Sud – Ouest Mont Ventoux

 

Katalog Pergamon
Zeichnungen, Grafiken, Malerei, Texte
Pergamon und Peter Weiss

Berlin und Potsdam wurden seit 2008 „Bilder-Orte“ meiner Arbeit. Auch das Pergamon-Museum mit dem Skulpturenfries des Pergamon-Altars. Ich begann einzelne Figuren und Szenen zu zeichnen. Bei meiner Lektüre entdeckte ich nach vielen Jahren des Vergessens den Roman von Peter Weiß „Die Ästhetik des Widerstands“.
Die ersten Seiten seines Romans, die vom Pergamon-Altar handeln, sie überfallen den Leser wie sprachgewordene Naturgewalt. Oder gewaltige Natur der Sprache? Mitreißend, strömend, die hin- und herwogenden Aggressionen der Kämpfenden sinnlich heraufbeschwörend.
Ein junger Archäologe steht mit seinen Freunden in dem Museum und erläutert die Szenerien des Altars. Dann wendet sich die Kunstbetrachtung zu einer erweiternden, politischen Deutung „In mythischer Verkleidung erschienen historische Ereignisse, ungeheuer greifbar, Schrecken, Bewunderung erregend, doch verständlich nicht als von Menschen hervorgerufen, sondern hinnehmbar nur als überpersönliche Macht, die Geknechtete und Versklavte wollte, in Unzahl, und wenige in der Höhe, die mit einem Fingerzeig die Geschicke bestimmten.“(S.11)
„Und nach längerem Schweigen sagte Heilmann, daß Werke wie jene, die aus Pergamon stammen, immer wieder neu ausgelegt werden müßten, bis eine Umkehrung gewonnen wäre und die Erdgeborenen aus Finsternis und Sklaverei erwachten und sich in ihrem wahren Aussehn zeigten.“ (S.66) .
Die jungen Linken sehen in dem historischen Mythos und den Kampfszenen ihre eigene politischen Situation Anfang der 30er Jahre gespiegelt. Unsterbliche Götter ziehen in den Kampf gegen aufständische sterbliche Giganten - übermächtige Nazis mit ihrem systematisierten Gewaltmonopol jagen nahezu ohnmächtige Anhänger linker Bewegungen.
Blicken wir gegenwärtig auf die Skulpturen, so spüren wir bei aller dramatischen Rhythmik der erhaltenen Figuren, daß in den vergangenen Jahrhunderten Sieger und Besiegte, Unsterbliche und Sterbliche in ähnlicher Weise zu Torsi ruiniert wurden. Es fehlen Köpfe, Arme und Beine wie auch Waffen und Schilde. Verlorene Körper, verlorene Identitäten.
Fragmentierte Götter, das Unvollkommene des Zerstörten, aber noch immer Lesbare haben mich inspiriert. Der Kopf der Gäa, die den Tod ihrer Kinder beklagte und deren Mund zerschlagen wurde. Niedergeschlagene Giganten, die sich erfolglos wehren.
Im Dritten Reich haben tyrannische Anmaßung, ideologischer Rassenwahn und maßlose Gewalt unzählige, menschliche Leben ausgelöscht. Ich, der in einer relativ friedlichen Ära in Mitteleuropa aufgewachsen bin, habe in der „Ästhetik des Widerstands“ gelesen und tiefen Schmerz empfunden. Leid.
In diesem Jahr wird der 100.Geburtstag von Peter Weiß gefeiert. Seine Werke werden wieder an Aufmerksamkeit gewinnen. Ich widme ihm im Stillen meine Zeichnungen und Grafiken. Eine Publikation ist in nächster Zukunft vorgesehen.

Zu dem Skulpturenfries des Pergamon-Altars in Berlin entstanden 2010 über 50 kleinformatige Zeichnungen, 15 Druckgrafiken und zwei Bilder auf Leinwand: „Götter von links“ und „Götter von rechts“ (50x100 cm). Im Jahr 2011 kamen fünf Malereien auf Papier hinzu (80x60 cm) Verschiedene Werkgruppen wurden in folgenden Ausstellungen gezeigt: Palais am Festungsgraben Berlin Saarländische Galerie 2010 - Städtische Galerie Landau Villa Streccius 2011- Künstlerhaus Saarbrücken 2012 - Galerie am Pavillon in Saarbrücken 2013 - Klosterpresse Frankfurt am Main 2014. Siehe Werkgruppe Pergamon

 
   
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